Unternehmensphilosophie: Digitalisierung als Erfolgsfaktor

Das Management muss es vorleben

Ein Management muss konsequent die Unternehmensphilosophie vorgeben. Nur so können Firmen erfolgreich sein. Bei Frank S. Jorga, Co-CEO der WebID, ist die Digitalisierung fester Bestandteil der Firmen-DNA geworden. Seiner Meinung nach färbt das erfolgreich auf die gesamte Performance ab.

 

Herr Jorga, bevor wir über den Zusammenhang von Management und Unternehmensphilosophie sprechen – wie sieht denn Ihre Unternehmensphilosophie aus?

Natürlich haben wir nicht die eine Unternehmensphilosophie, denn eine Organisation durchziehen ja mehrere Aspekte und Ebenen; also einerseits, was wir geschäftlich erreichen und dann, wie wir organisiert sein wollen. Zwischen beiden kann und muss es aber ein Zusammenspiel geben.

 

Was heißt das konkret? Was sind Ihre thematischen und organisatorischen Leitplanken?

Ein Ziel ist die Markführerschaft, von Anbeginn sind wir Innovationstreiber und wollen das auch bleiben. Drittens möchten wir permanent neue Märke erschließen und dies in mehrerlei Hinsicht: also technologisch, geografisch und was neue Kundengruppen anbelangt. Schließlich soll unser Unternehmen durch und durch digital aufgestellt sein.

 

Diese Vorhaben schreiben sich viele Firmen auf die Fahnen. Wie stellen Sie sicher, dass Sie auf diesen Gebieten erfolgreich sind?

Einer von vielen Erfolgsfaktoren ist, dass das Management diese Dinge konsequent vorlebt. Also nicht nur vorgibt, sondern auch danach handelt und damit ein Vorbild für alle abgibt. Nehmen Sie einmal den Bereich Digitalisierung. Zunächst ein reines Schlagwort, es ist in aller Munde – es muss also mit Leben gefüllt werden: Digitalisierung ist dabei jedoch unsere Arbeits- und Existenzgrundlage. Unser Geschäftsmodell gibt es nur, weil es moderne elek-tronische und vernetzte Geräte gibt, und zwar bei den Endkunden, denen wir effiziente Onlinegeschäfte ermöglichen. Zum anderen ist Digitalisierung oft und zunehmend der Kontext unserer Auftraggeber. Drittens allerdings ist auch die organisatorische Basis unserer Firma digital. Schließlich ist das Thema kein Selbstzweck, sondern hat Prozesse von Grund auf umgestoßen.

 

Wie hat denn die Digitalisierung Ihre Arbeitsweise verändert?

Ich bin ständig unterwegs, bei Kunden, an unseren Standorten weltweit und in strategischen Auswärtsprojekten. Man nennt mich schon liebevoll „Travelling Digital CEO“, weil ich die Möglichkeiten der modernen Kommunikationsmittel voll auslebe: Trotz des Herumreisens bin ich so permanent in Kontakt mit allen. Mittels Smartphone und Cloud habe ich stets Zugriff auf alle Daten und Dokumente. Ich habe sogar auf ein eigenes Büro verzichtet, was ich daher auch generell befürworte. Die Digitalisierung beschleunigt also auch den Wandel bei den Arbeitswelten. Viele Themen und Bereiche lassen sich digitalisieren oder digital unterstützen. Das sollte Maß der Dinge sein!

 

Und was hat dies mit dem Business zu tun?

Es gab einen Schlüsselmoment, der mich zum Umdenken bewogen hat: Ich habe während einer früheren Tätigkeit in den USA gemerkt, dass es nur wenige essentielle Dinge braucht, um überall tätig sein zu können. Es hat zwar einige Zeit gedauert, sich umzustellen. Aber nun arbeite ich bereits mehr als zehn Jahre auf dem digitalen Weg, bin also technisch und räumlich gesehen autark. Mit solchen zeitgemäßen Entscheidungen – die eben auch einen selbst betreffen – sendet man die richtigen Signale und motiviert seine Leute. Ein CEO, der sprichwörtlich Wände einreißt, sorgt für frischen Wind in der Kommunikation, aber auch in der Wahrnehmung durch seine Mitarbeiter. Das wirkt sich auf das gesamte Betriebsklima aus – und stärkt darüber den Erfolg der Unternehmensphilosophie.

 

 

Frank Jorga

Digital-CEO

 

 

 

 

Bilder: Depositphotos/GaudiLab & WebID Solutions GmbH.

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