Bahn: Hohe Subventionen und wenig Wettbewerb

Großes Potential für mehr Qualität, bessere Auslastung und günstigere Preise auf der Schiene: Die EU-Kommission hat heute (Donnerstag) ihren Bericht zum  europäischen Schienenverkehrsmarkt veröffentlicht.

Der Bericht liefert unter anderem Zahlen zur Zufriedenheit der Reisenden, zur Pünktlichkeit der Züge, zum Wettbewerb, zu den Kosten und zu staatlichen  Subventionen.

225586_original_R_B_by_RainerSturm_pixelio.deEU-Verkehrskommissar Siim Kallas sagte dazu:  „Die Eisenbahn hat ein beachtliches Potential als umweltfreundliches und nachhaltiges Verkehrsmittel. Aber um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen zu können, bedarf es ehrgeiziger Maßnahmen: Straffung der Zulassungsverfahren für Fahrzeuge, Steigerung der Infrastrukturinvestitionen sowie Ausbau der bahntechnischen Forschung und Innovation, des weiteren Öffnung inländischer Intercity-Märkte für den Wettbewerb und die grundsätzliche Ausschreibung von öffentlichen Dienstleistungsaufträgen, wie im vierten Eisenbahnpaket vorgeschlagen.“

Der Bericht zeigt, dass der Eisenbahnsektor immer noch stark von staatlichen Subventionen abhängig ist (etwa 36 Mrd. Euro im Jahr 2012), wobei diese Subventionen fast den gleichen Umfang haben wie die Einnahmen aus den Fahrkartenverkäufen.

Während beispielsweise die Niederlande ihre Kosten fast komplett über die Reisenden decken, bezahlen in Deutschland  61 Prozent die Steuerzahler. Bei den Subventionen pro Zugkilometer liegt Deutschland in der EU  auf Platz 6 mit rund 9 Euro. Spitze ist Luxemburg mit 18 Euro pro Zugkilometer. Die wenigsten Subventionen gibt es in den Niederlanden mit 10 bis 20 Cent pro Zugkilometer.

Nach wie vor sind nur 40 Prozent des inländischen Schienenverkehrsmarktes für neue Anbieter zugänglich. Nur  Schweden und das Vereinigte Königreich haben die kommerziellen und gemeinwirtschaftlichen Verkehrsleistungen vollständig geöffnet. Ungeachtet dessen gehen die europäischen Bahnunternehmen weiter in Richtung Internationalisierung.

Im Schienengüterverkehrsmarkt sind seit seiner Öffnung in  2007 in fast allen Mitgliedstaaten neue Anbieter hinzugekommen, deren Gesamtanteil am Güterverkehrsaufkommen 2012 auf 28 Prozent geschätzt wurde. Die Deutsche Bahn ist inzwischen der wichtigste Bahnbetreiber in Dänemark und den Niederlanden.

 

 

 

EU-Kommission, 19.06.2014

Bild Rainer Sturm pixelio

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