Betriebliche Veränderungsprozesse – Dr. Johanna Dahm

180.000 deutsche Betriebe sind bis Ende 2020 von der Schließung bedroht. Die trüben Zukunftsaussichten der deutschen Wirtschaft sind nicht neu, Förderbanken und Prüfungsgesellschaften wie Ernst & Young haben die letzten Zahlen 2017 veröffentlicht.

Unternehmensberaterin Dr. Johanna Dahm begleitet seit mehr als 20 Jahren betriebliche Veränderungsprozesse im In- und Ausland und kennt die Gründe für das Unternehmens-Sterben nur zu gut: „Was fehlt, sind ein klares Alleinstellungsmerkmal, eine innerbetriebliche Mitarbeiterentwicklung und nicht zuletzt die frühe Nachfolgeplanung“.

Ihr ist das ein Dorn im Auge, denn sie weiß: an 180.000 Betrieben hängen nicht nur über eine Million Arbeitsplätze, sondern auch der international weiter sinkende Wirtschaftsfaktor Deutschlands. Dahm selbst konzentriert sich in ihrer Beratung darauf, dass die Betriebe mit Kernkompetenzen schnell Sichtbarkeit erlangen. „Bestehende und auch neue Mitarbeiter wollen mit ihrem Arbeitgeber glänzen. Das geht mit einem Bauchladen nicht“, so Dahm.

Natürlich müssen für alle im Betrieb Entwicklungspläne her, unabhängig ob für Fach- oder Führungskarrieren. Das sei inzwischen eine Minimal-Anforderung, damit ein Mitarbeiter nicht an den Wettbewerber verloren gehe und das Innovations-Potential im Haus bleibe. Ein absolutes Muss gerade im digitalen Zeitalter.

Bislang tue sich der deutsche Mittelstand noch schwer mit Entwicklungs- und Bildungsangeboten, von der reinen Ausbildung einmal abgesehen. „Da sind uns andere Länder weit voraus und haben sehr viel pragmatische Lösungen“, sagt Dahm, die fast 10 Jahre international tätig war.

Im Ausland scheint noch nicht verloren, was in Deutschland auch noch Firmen-Tugend war: nämlich dass das Unternehmen den Unternehmer überleben soll. Doch haben die Förderbanken aktuell die Zahlen für 2022 mit knapp 230.000 Betriebsschließungen hochkorrigiert. Die deutsche Wirtschaft erreicht eine Risiko-Marke.

Zu Dr. Johanna Dahms Podcast 

Authors
Top