Börseneinbruch in China – Ringen zwischen Wachstum und Kontrolle

Das neue Jahr fing nicht gut an für Chinas Börse. Nachdem schon Mitte 2015 ein erster Einbruch die Aktienanleger beutelte, kommt nun der Nachschlag. Sieben Prozent Kellerfahrt am ersten Handelstag 2016 in China ließen auch den deutschen Leitindex um vier Prozent abrutschen.

Der Grund für die Massenverkäufe sind die nach dem letzten Einbruch erlassenen Maßnahmen, die die Kurse stützen sollten und die nun bald auslaufen. Die chinesische Regierung versucht, mit immer neuen Regeln den Finanzmarkt und eine Wirtschaft unter Kontrolle zu halten, die ihr zu entwachsen drohen. Die starre Regulation der Finanzmärkte führt dazu, dass die wachsende chinesische Mittelschicht kaum andere Möglichkeiten hat, als mit ihrem neuen Wohlstand in Casinomanier in Sachwerten oder eben seit Sommer 2014 in großem Stil in Aktien zu spekulieren. Die so entstandene Spekulationsblase scheint nun zu platzen.

Um dem Rutsch gegenzusteuern tritt nun die Regel in Kraft, dass die Börse schließen muss, sobald die Verlustmarke von sieben Prozent erreicht ist. Doch das hält die Talfahrt nicht auf, es schafft höchstens Verschnaufpäuschen.

Wollte Pekings Führung den Spekulationsblasen das Feuer entziehen, müsste sie eine weitere Öffnung des chinesischen Finanzsystems erlauben. Weniger Regulierung würde zu einer gleichmäßigeren Geldverteilung führen und die wilden Berg- und Talfahrten beruhigen. Doch das hieße auch, das staatliche Bankenmonopol aufzuheben und einen guten Teil der Kontrolle über die Geldströme abzugeben. Damit tut sich die KP schwer. Doch die Lawine rollt bereits.

 

 

Bild: pixabay

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