Dominik Greger – In Jogginghose zu Millionenumsätzen

Warum Authentizität so wichtig ist

„Meine Mission ist es, möglichst vielen Menschen aus dem „Hamsterrad“ zu helfen. Ich finde, dass jeder ein besseres Leben verdient hat“, meint Dominik Greger, während er entspannt lächelnd in Jogginghose an seinem Mercedes lehnt. Überhaupt, die Jogginghose: „Nicht, dass ich irgendein Problem mit Anzugsträgern hätte, nur braucht meines Erachtens ein guter Arzt keinen weißen Arztkittel, außer aus praktischen Gründen, ebenso wenig wie ein erfolgreicher Unternehmer einen Anzug braucht, auch wenn man damit „Seriosität“ erzeugen kann. Wichtig ist, dass man authentisch bleibt und seinen Klienten den Mehrwert liefert, den sie erwarten.“ Und authentisch ist der junge Coach. 

Schon in der Schule war er ein Querdenker, der vorgefertigte Lösungen stets hinterfragte und lieber seine eigenen Lösungsansätze ausprobierte. In Freundschaftsbüchern aus dieser Zeit steht unter Berufswunsch „Millionär“. In der Wirtschaftsschule wurde ihm klar, dass der Abschluss ihn nicht weiter bringen würde als in ein Angestelltenverhältnis, was für den Freidenker sehr unattraktiv erschien. Entsprechend beschäftigte er sich mit dem „Gründermagazin“, während die Mitschüler brav dem Lehrer folgten und schrieb dementsprechend auch einen eher mittelmäßigen Abschluss. 

Danach wollte er auf keinen Fall „normal arbeiten“ gehen, fing lieber eine schulische Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten an und versuchte, auf der Berufsoberschule sein Abitur nachzuholen. Dabei war Abi niemals sein Ziel, aber es verschaffte ihm Zeit, nebenher ein eigenes Business aufzubauen. Um noch ein Jahr dranhängen zu können, setzte er sogar absichtlich Prüfungen in den Sand. Keine seiner Geschäftsideen war erfolgreich, doch er gab nicht auf. Nie befielen ihn Zweifel, ob es ihm möglich wäre, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Trotzdem wuchs der Druck, endlich Geld zu verdienen, da die Schulden bei der Krankenversicherung irgendwann auf 10.000 Euro angestiegen waren. Das führte auch zu Krach mit den Eltern, die ihm bisher aus jeder Patsche herausgeholfen hatten. 

Das Jahr 2017 brachte den Wendepunkt: Der inzwischen 25-jährige hatte angefangen, sich mit Online Marketing zu beschäftigen. Im Oktober brachte er sein erstes digitales Infoprodukt auf den Markt und steckte seine letzten 120 Euro in Facebook-Werbeanzeigen. „Am nächsten Morgen bin ich aufgewacht und hatte meine ersten zwei Sales á 400 € gemacht. Es hat sich für mich angefühlt wie ein Sechser im Lotto“, erinnert er sich. Schnell stellte sich heraus, dass die Erfolgsquote der Kurskäufer nicht gerade hoch war. Greger recherchierte und fand heraus, dass der Preis der Infoprodukte mit zwischen 49 € und 397 € zu günstig war, um zum Erfolg zu führen. „Deshalb habe ich keine tiefpreisigen Produkte mehr an eine große Masse von Menschen verkauft, sondern versucht, hochpreisige Coachings an wenige Menschen zu verkaufen. Diese Coachingteilnehmer konnte ich dann viel besser betreuen und das Commitment war auch höher“, konstatiert er. Seitdem sind die Kundenergebnisse sehr gut.

Wie verkauft man ein Coaching im Wert von 2000 bis 5000 Euro? „Ich habe Telefonnummern von Interessenten gesammelt, und sie einfach angerufen“, erinnert er sich. Anfangs noch holprig, hatte er nach sechs Monaten schon Kurse für über 600.000 € über das Telefon verkauft. Um sein Business auszuweiten, brauchte er jemanden, der den Telefonverkauf für ihn übernahm.

Als er keinen gut geschulten Telefonverkäufer fand, bildete er einen Freund als Closer aus. So kam er auch darauf, dass andere Coaches ebenfalls unter dem Mangel an gut ausgebildeten Closern litten. Dominik Greger wäre kein Geschäftsmann, hätte er darauf hin nicht eine fundierte Coaching-Ausbildung zum High End Closer erarbeitet und angeboten. Mittlerweile sind über 380 Closer durch diese Ausbildung gegangen. Sie arbeiten selbstständig und können zeitlich und örtlich völlig unabhängig agieren. Die Top-Closer erreichen teilweise Monatsumsätze zwischen 10.000 € – 30.000 €.

Greger betont: „Wenn ich ein Business angehe, sollen möglichst viele Menschen davon profitieren. Ein Coaching kann auf lange Sicht nur erfolgreich sein, wenn der Coach und die Teilnehmer zufrieden sind“. Deshalb arbeitet er stetig daran, sich und sein Angebot weiter zu entwickeln und zu verbessern. „Das spricht sich sehr schnell rum und ist auch ein Faktor meines Erfolgs. Weitere Dinge, die mir wichtig sind: Loyalität, Ehrlichkeit und Butter unter der Nutella“, erklärt er zwinkernd

Um am Ball zu bleiben tauscht er sich eher mit Unternehmern aus seinem großen Netzwerk aus, als Bücher zu lesen, denn: „Für ein Online-Business braucht man topaktuelle Informationen, da sich der Markt schnell wandeln kann. Bücher sind da oft zu veraltet.“

Inzwischen ist er Marktführer in seiner Nische „Closer ausbilden“, geworden und konnte sich von 10.000 Euro Schulden zu über 1,7 Millionen Euro Umsatz rehabilitieren.

 

 

Bild: privat

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