Facebook schickt eigene Polizei ins Rennen

Ungewöhnliche Kooperation: Im kalifonischen Menlo Park beschreitet Facebook neue Wege – gemeinsam mit der Polizei.

bizoonDie 34-jährige Mary Ferguson ist als „Facebook-Cop“ unterwegs und hat beispielsweise über ihren Facebook-Account, der ihre Identität nicht preisgibt, ein Auge auf die Kinder der Stadt im Silicon Vallye und erwischt sie auf diesem Wege auch schon mal beim Schuleschwänzen. Ihr komplettes Gehalt zahlt Facebook Inc. – 194.000 Dollar stehen jährlich für die Polizei in Menlo Park bereit. Auch der Bau einer Polizeistation in der Nähe der Facebook-Zentrale wurde finanziert.

Natürlich ist auch der direkte Kontakt zur Bevölkerung Teil des Wirkens dieser Polizei: Sie arbeitet ebenso mit jugendlichen Straftätern wie auch mit lokalen Unternehmen, denen sie bei der Planung für Notfälle wie Brände, Erdbeben oder Gewalttaten zur Seite steht.

Auch wenn die Idee, eine unternehmsfinanzierte Polizei ins Rennen zu schicken, nicht neu ist, ist sie dennoch kein Normalfall. Und gerade in Menlo Park sehen Kritiker die Gefahr möglicher Interessenkonflikte aufgrund eigennütziger Bestrebungen des Unternehmens Facebook. Dessen Ansinnen könne sein, im Vorfeld einer Ausweitung des Konzerns im Nachbarort Belle Haven mit historisch niedrigerem Einkommen und höherer Kriminalität aufzuräumen, heißt es. Der Social-Network-Gigant wie auch die Kommune weisen derartige Unterstellungen von der Hand.

Facebook als größter Arbeitgeber des Ortes verfügt nach eigenen Angaben über ein Sicherheitsteam, das ein ehemaliger Agent des Secret Service leitet. Daher verweist Unternehmenssprecherin Genevieve Grdina auf die Tatsache, dass in der Gemeinschaft die Notwendigkeit für diesen Schritt erkannt worden sei. So sei die Polizeistation für die Gemeinde entstanden – nicht für das Unternehmen. Vor diesem Hintergrund hat sich der Konzern auch an der Entstehung einer neuen Polizeistation in Belle Haven beteiligt.

Menlo Parks Bürgermeister Ray Mueller begrüßt das neue öffentliche Sicherheitsnetz, das allerdings auch für unternehmensspezifische Aufgaben zur Verfügung steht – beispielsweise für Durchsuchungsbefehle in Sachen Informationen über Facebook-Nutzer. Wer jedoch glaube, Facebook benötige diese Polizei, um sich selbst zu schützen, sei im Irrtum, unterstreicht der Bürgermeister.

 

 

Das berichtete das Wall Street Journal am 15.07.2014

Bild bizoon depositphotos

 

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