Dem P2P-Kredit den Schrecken nehmen – Lars Wrobbel im Interview

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Das nachfolgende Interview erschien zuerst auf P2P Investment.

Lars Wrobbel ist ausgebildeter IT-Spezialist und arbeitet derzeit in einem sehr bekannten deutschen IT-Unternehmen. In seiner Freizeit schreibt er Bücher und bloggt über passives Einkommen und die Geldanlage per P2P-Kredit. Er hilft seinen Lesern die Bedeutung von passivem Einkommen zu erkennen und gibt Tipps, wie sie dieses erreichen können. Gemeinsam mit Kolja Barghoorn veröffentlichte er im September 2015 den Ratgeber „Investieren in P2P-Privatkredite: Was man wissen sollte, wie man Fehler vermeidet und erfolgreich investiert“, der im Oktober 2016 in einer dritten, aktualisierten und erweiterten Auflage erscheinen wird. Mit P2P Investment spricht Lars Wrobbel über die Geldanlage per P2P-Kredit und die wichtigsten Regeln für Einsteiger.

Lieber Herr Wrobbel, warum gerade ein Buch über P2P-Kredite? Was war Ihre Intention?

Das Buch entstand aus meinem eigenen Bedarf heraus. Als ich anfing, mich mit dem P2P-Kredit zu beschäftigen, habe ich selbst nach einem Buch gesucht. Es gibt einige Bücher am Markt, die sich mit dem P2P Lending beschäftigen, aber keines davon zeigt einem Beginner wirklich, was dort zu tun ist und worauf man achten muss. Daher beschäftigte ich mich auf eigene Faust mit den Privatkrediten und entschied kurzerhand einen Anfänger-Ratgeber zu schreiben. So entstand auch die Zusammenarbeit mit meinem Co-Autor Kolja Barghoorn, der ebenfalls begann, sich mit dem P2P-Markt zu beschäftigen.

Welche sind Ihrer Erfahrungen nach die größten Hindernisse für den Anleger in Sachen P2P-Kredit?

Fragen die immer wieder auftauchen und zugleich oft als Hindernisse gelten, sind folgende:

  1. Warum sollte ich fremden Menschen mein Geld geben? Dort sind doch eh nur Leute, die bei der normalen Bank keinen Kredit bekommen.
  2. Viele sind misstrauisch den Plattformen gegenüber. Was passiert, bei einer Plattform-Insolvenz?
  3. Was passiert, wenn der Kreditnehmer nicht mehr zahlen kann?
  4. Einige verstehen nicht, wie die Plattformen ihr Geld verdienen.
  5. Anfänger scheuen die Mühe, sich mit dem Investment auseinanderzusetzen.
  6. Ein weiteres Hindernis ist die Versteuerung von Privatkrediten. Auch hiermit muss man sich auseinandersetzen.

Um beginnenden Investoren hier die Angst zu nehmen, habe ich eine umfangreiche FAQ erstellt, die ich auch bei neuen Fragen immer wieder erweitere. Ich hoffe, dass ich damit etwas Transparenz in den Dschungel bringe.

Hinzu kommt noch eine wachsende Facebook-Community, in der Investoren auch untereinander ihre Erfahrungen sehr spezifisch austauschen können.

„Die hohen Renditen sind für viele kaum zu glauben“

Warum, denken Sie, haben so viele Anleger noch Vorbehalte gegenüber P2P-Krediten? Und was wird diese abbauen helfen? Was sind die intrinsischen Widerstände, die es zu überwinden gilt?

Viele haben einfach Angst, ihr Geld nicht mehr zurückzubekommen, vor allem wenn sie so böse Worte wie „unbesicherte Konsumentenkredite“ hören. Hinzu kommen noch die schier unglaublich klingenden Renditen der ausländischen Plattformen. Wenn ich jemandem erzähle, dass ich mit 15 Prozent Rendite bei Bondora noch zu den unterdurchschnittlichen Investoren liege, schütteln viele verwirrt den Kopf. Im derzeitigen Anbieterdschungel wird es schwer die Vorbehalte abzubauen. Die baltischen Plattformen Twino, Mintos und Viventor gehen mit der Rückkaufgarantie aber schon einen sehr guten Weg. Natürlich ist das Risiko erstmal nur verschoben, dennoch gibt es mehr Sicherheit. Aber ansonsten hilft einfach nur selbst zu testen, positive Erfahrungen zu sammeln und diese weiter zu tragen.

Nun aber zu Ihrem BuchWorauf kann sich der Leser freuen? Was wird er lernen?

Das Buch richtet sich vor allem an Beginner auf dem dem Markt der P2P-Kredite. Der Leser lernt, was die P2P-Geldanlage eigentlich ist, wie sie funktioniert, welche Risiken es gibt und warum sie so attraktiv ist. Weiterhin bekommt er drei Beispielplattformen inklusive zwei einfachen Diversifikationsstrategien vorgestellt, die er sofort umsetzen kann. Abgerundet wird das Buch mit grundlegenden Dingen, worauf man beim investieren allgemein achten sollte. Wir haben darauf geachtet, dass das Buch einen einfachen Einstieg bietet.

„Diversifikation ist bei der Geldanlage per P2P-Kredit extrem wichtig“

Welche ist in Ihren Augen die Regel Nummer 1, die Einsteiger beachten müssen?

Diversifikation. Man sollte sofort von Beginn an im Hinterkopf haben, sich ein breit gestreutes Portfolio aufzubauen und nicht seine ersten 1.000 Euro in lediglich zwei oder drei Kredite investieren.

Welche Plattformen können Sie Einsteigern empfehlen und warum?

Einem absoluten Neuling rate ich meist zu deutschen Plattformen wie auxmoney oder jetzt noch recht neu, Crosslend. Einfach aus dem Grund, weil man sich dort recht schnell zurechtfindet und Vorbehalte abbauen kann. Abgesehen davon, muss man sich auch nicht groß um die Versteuerung der Einnahmen kümmern, da man diese jährlich bescheinigt bekommt. Wem das Konzept gefällt, der sollte sich dann auch rasch mal im Balitkum auf Plattformen wie Twino, Mintos oder Viventor umschauen, da die Renditen dort einfach besser sind.

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