Tiny Houses: Mobilheime für Obdachlose

In den USA setzen sich Bürgerinitiativen dafür ein, dass in Not geratene Mitbürger eine Unterkunft bekommen, und zwar sogenannte „Tiny Houses“, also winzig kleine, selbstgebaute Häuser. Mit den Miniaturbehausungen sollen Obdachlose davor gerettet werden auf der Straße schlafen zu müssen.

In Madison, Wisconsin, gibt es bereits voll funktionsfähige Minihäuser, die auf zehn Quadratmetern neben einem Bett auch eine Toilette und eine kleine Küche bieten. Das Projekt der Organisation Occupy Madison wird von Spenden finanziert. Solch ein Haus kostet jedoch 5000 Dollar – viel zu viel für einen Obdachlosen. Ganz anders sieht das Konzept des Künstlers Gregory Kloehn aus. Er sammelt Materialien von der Straße und baut daraus seine Häuser. Die Produktionskosten belaufen sich deswegen nur auf 100 Dollar pro Haus.

Auch in Deutschland wollen nun viele solche Minihäuser bauen, stoßen hierzulande jedoch auf rechtliche Hürden. Denn um ein solches Miniaturhaus zu bauen, benötigt man genauso wie bei einem Einfamilienhaus eine Baugenehmigung. Das bedeutet auch, dass das Baugrundstück erschlossen sein muss. Zudem ist es ein Problem, dass man sich in Deutschland nicht in jeder Ecke niederlassen kann. Parkplätze beispielsweise sind absolut tabu.

Immer mehr Menschen sehen in den Tiny Houses auch eine Art gesellschaftliche Rebellion und als Kampfinstrument gegen die immer höher werdenden Mietpreise. Viele sind neugierig, wie es sich anfühlt, mit dem Minimalen auszukommen. Auch in den USA begann der Bau der Tiny Houses als eine Art Lifestyle-Trend, um sich gegen die Konsumgesellschaft zu lehnen. Für Obdachlose in den USA sind die Tiny Houses eine Rettung von der Straße. 2013 belief sich die Zahl der Obdachlosen in den USA auf 600.000 Menschen, wie CNBC berichtete.

Wie solch ein Miniaturhaus aussehen kann, zeigt folgendes Video. Ein Mann will mit dem Bau des Tiny House einer in Not geratenen Frau helfen, nicht mehr im Dreck schlafen zu müssen.

 

Bild: YouTube

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