Trotz sinkender Gewinne: Wall-Street-Boni auf neuem Rekord

Die Stimmung an der Wall Street ist angespannt. Die drohende Zinserhöhung könnte das Ende des Bullenmarktes bedeuten. Zudem mussten viele Banken Gelder in Milliardenhöhe abdrücken, um ihre Fehler in der Finanzkrise wieder gut zu machen. Aber egal, wie besorgniserregend das Leben an der Wall Street sein mag, die Händler scheinen gelassen zu reagieren. Das könnte daran liegen, dass sie auch in schweren Zeiten gut für ihre Arbeit entlohnt werden. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Boni sogar noch um zwei Prozent angehoben – obwohl die Gewinne um fast fünf Prozent weniger worden.

Man könnte fast neidisch werden, wenn man erfährt, was die Angestellten an der Wall Street zusätzlich zu ihren eh nicht sonderlich kleinen Gehältern als Boni bekommen. Laut einem Bericht des „Business Insiders“ verdienten Broker an der Wall Street 2014 im Schnitt fast 173.000 Dollar extra.

Da fragt man sich doch, wo soll das hinführen? Innerhalb der letzten 30 Jahre sind die Boni nämlich immens gestiegen. Damals gab es weniger als 15.000 Dollar zusätzlich einzuheimsen. Bis zur Finanzkrise stiegen die Boni sogar auf fast 200.000 Dollar, sanken 2008 dann aber auf fast die Hälfte.

Brauchen die „armen“ Börsianer denn so viel Extrageld? Ist ihr Grundgehalt vielleicht so gering? Das durchschnittliche Jahreseinkommen betrug 2013 rund 355.000 Dollar. Insgesamt wurden im vergangen Jahr 28,5 Milliarden Dollar an Boni ausgezahlt. Zusammengerechnet ist das doppelt so viel wie der Betrag, den alle Menschen in den USA verdienen, die für den Mindestlohn arbeiten gehen.

 

 

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Top