Warum ist der Dispositionskredit so hoch verzinst?

Vielleicht gehören auch Sie zu den Verbrauchern, die immer wieder ihr Konto überziehen. Hierbei stellt sich die Frage: Ist es sinnvoll, sehr hohe Zinsen auf dem Überziehungskredit des Girokontos in Kauf zu nehmen? Natürlich ist diese Art von Überziehungskredit durchaus flexibel und sehr einfach in der Handhabung. Allerdings sollte man unbedingt beachten, dass den Verbraucher der Dispositionskredit, bei dem keinerlei Rückzahlungsrate vereinbart ist, nicht finanziell auffrisst. Was heißt das genau? Der Überziehungskredit veranlasst viele Menschen dazu, keinerlei Systematik in Sachen Geldausgeben und Konsumverhalten an den Tag zu legen. Dabei geht es auch darum, die monatlichen Ausgaben Schritt für Schritt zu kürzen.

 

Verleitet uns der Dispo zu einer in Sachen Finanzen zu einer unübersichtlichen Lebensweise?

Ja – und hier sehen Sie schon einen Nachteil des flexiblen Überziehungskredites. Schließlich sollte jeder Kredit früher oder später einmal getilgt werden, oder? Kredite werden schließlich dazu gewährt, dass sie in einer regelmäßigen Rate irgendwann zurückgeführt werden. Bei dem Überziehungskredit auf dem Girokonto hingegen gerät die Übersichtlichkeit der Finanzen schnell aus dem Ruder.

Irgendwann sagt der Verbraucher: „Die Bank ist schuld daran, weil die Zinsen zu hoch sind.“ oder „Die Bank verdient viel Geld daran, dass ich stets mein Konto bis zum Anschlag überzogen habe.“ Beide Aussagen sind teilweise richtig. Schließlich ist der Zinssatz für den Dispo so hoch wie kaum ein andere Zins auf dem deutschen Markt der Darlehen. Dennoch liegt es an jedem Verbraucher selbst, eine andere Darlehensform zu wählen. Was gibt es hierbei für Möglichkeiten?

 

Der Ratenkredit einer Bank – ist dieser empfehlenswert?

Meist ist es gut, wenn das Konto über einen langen Zeitraum überzogen wird, irgendwann einmal den Saldo umzuschulden. Was heißt das genau?

Ein Beispiel: Ihr Girokonto ist sein mehr als einem Jahr immer bis zum Rahmen des Dispositionskredites überzogen. Manchmal sogar müssen Sie noch zusätzlich Überziehungszinsen bezahlen, weil Sie das Limit der Höhe vom Dispositionskredit überschritten haben. Meist toleriert die Bank eine kurzfristige Überschreitung vom Dispo.

Während der Zinssatz vom Überziehungskredit zum Beispiel bei 11,50 % liegt, ist der Überziehungskredit noch deutlich teurer. Nicht selten verlangt hier die Bank einen Zinssatz von
14 % oder mehr. Keine Überraschung also, dass den Verbraucher irgendwann die Höhe der Zinsen regelrecht überrollen. Der Sollsaldo steigt immer höher. Dadurch verliert der Verbraucher jeglichen Überblick über seine Finanzen. Wer mehr über alle Kreditarten erfahren will, kann auf folgendem Portal nachlesen: Kreditstestsieger.org/ikano-bank-test

 

Warum ist dieser Kredit so teuer?

Es stellt sich die Frage, warum der Dispositionskredit für den Kunden so teuer ist. Diese Tatsache hat einen ganz einfachen Grund: Das Ausfall-Risiko für die Bank liegt hierbei recht hoch. Außerdem ist die Bank beim Darlehen über das Girokonto meist ohne Sicherheiten unterwegs.

Was heißt das genau? Sie bekommen einen Überziehungskredit blanko und können sehr leicht abtauchen, ohne dass die Bank schnell an ihr Geld kommt. Bei einer Sicherstellung vom Darlehen (zum Beispiel in Form einer Bürgschaft) besteht für den Finanzdienstleister bzw. die Bank ein deutlich geringeres Risiko. Hier werden Sicherheiten schnell verwertet und die Bank kommt zu ihrem Geld. Außerdem ist in der Regel beim Sollsaldo auf dem Girokonto im Rahmen einer Dispositionskredit-Vereibarung keinerlei Rückzahlungsregelung getroffen. Bei einem Ratenkredit hingegen muss das Darlehen in einer festen Rate getilgt werden. Genau darin liegt auch das Problem: Der Dispo ist nicht nur für den Kunden die teuerste Art der Finanzierung, sondern er hilft dem Verbraucher nicht, seinen Schuldenberg abzubauen. Ganz im Gegenteil: Die Zinsen werden höher und höher und veranlassen den Girokontoinhaber keinesfalls, sein Darlehen systematisch zurückzuführen.

 

Umschuldung in einen Ratenkredit

Macht es nicht Sinn, einen festen Darlehensvertrag mit einer soliden Rückzahlrate zu vereinbaren? Ja – zweifelsohne hat dieser Kreditvertrag viele Vorteile. Diese Vorzügen können wir wie folgt sehr einfach für Sie darstellen:

  • Sie führen über einen festen Zeitraum ihre Schulden zurück.
  • Die monatliche Rückzahlrate ist verpflichtend.
  • Diese Darlehensrate berücksichtigt Ihre Lebenshaltungskosten. Sie wird aufgrund der persönlichen Einnahmen- und Ausgabensituation individuell festgelegt.
  • Der Darlehensvertrag hilft Ihnen erheblich dabei, Ihre Finanzen zu ordnen.
  • Diese finanzielle Regelung hilft Ihnen dabei, die Finanzen übersichtlicher und systematischer zu gestalten.
  • Der Verbraucher wird zur verbindlichen Schuldentilgung erzogen.
  • Sicherheiten können nur dann verwertet werden, wenn das Darlehen nicht ordnungsgemäß getilgt wird.
  • Sie sind irgendwann schuldenfrei und können sogar Guthaben aufbauen
  • Der Zinssatz eines Ratenkredites ist wesentlich günstiger als der des Überziehungskredites.

Dem gegenüber stehen ein paar Vorteile des Dispositionskredites:

  • Dieser Kredit ist sehr flexibel und jederzeit zu tilgen.
  • Der Dispo ist ohne großen Vertragsbestandteile und Formalitäten jederzeit beanspruchbar.
  • Das regelmäßige Einkommen rechtfertigt diesen Kredit. Fällt das Einkommen weg, wird der Dispositionskredit schnell gekürzt.
  • Es ist nicht notwendig, für diesen Kredit Sicherheiten zu liefern.

Man kann schnell erkennen: Deutlich preiswerter und systematischer als der Dispositionskredit ist der Ratenkredit mit fester Verpflichtung einer Rückzahlrate. Hier wird dem Verbraucher wieder ermöglicht, seine Finanzen zu ordnen. Außerdem sind die Zinsen meist fest und die Belastung, die zu tragen ist, gerät nicht aus dem Ruder.

 

Warum Einnahmen und Ausgaben genau aufstellen?

Die Frage, wenn wir unser Konto stets bis zum Anschlag überziehen lautet folgendermaßen: Wodurch sind die hohen Kosten entstanden? Sind es einmalige Ausgaben oder reicht vielmehr das monatliche Einkommen nicht dazu aus, auf Dauer die Lebenshaltungskosten inklusive Rücklagen für Reparaturen, Versicherungen und Co zu tragen? Natürlich kommen immer wieder unvorhersehbare Ausgaben auf uns zu. Dennoch zeigt die Erfahrung: Wer Familie hat, ein Auto unterhalten muss und verschiedene jährliche Kosten im Alltag einfach anfallen, muss hier ein monatliches Budget mit einkalkulieren, um alle Belastungen tragen zu können. Es ist normal, dass Dinge im Haushalt kaputt gehen, Kosten für Gesundheit anfallen und das Auto regelmäßig mehr Geld kostet als nur den Benzin zu kaufen.

Genau deshalb ist es gut, wenn Sie Ihre Finanzen ordnen. Kalkulieren Sie einmal ganz genau, welche Einnahmen und Ausgaben im Leben auf Sie zukommen. Nur so können Sie ggf. ein Finanzloch entdecken, das es zu stopfen gilt.

 

Darlehensrate aufgrund der Einnahmen und Ausgaben festlegen

Eine gute Bank stellt mit Ihnen zusammen auf, welche Kreditrate Sie sich leisten könnten. Unter Umständen wir hier gleichzeitig festgelegt, welche Ausgaben jede Familie kürzen könnte. Dabei sollte man sich folgende Fragen beantworten:

  • Sind alle Versicherungen, die bezahlt werden müssen, wirklich unbedingt notwendig?
  • Welche Beiträge für Vereine oder Mitgliedschaften können vielleicht gekündigt werden?
  • Ist es sinnvoll, bei andere Geschäften preiswerter einzukaufen als zum Beispiel bei teuren Lebensmittelhändlern aufgrund einer Gewohnheit einzukaufen?
  • Gibt es bessere Angebote von Telefon- oder Internetanbietern?
  • Sind Stromkosten oder Kosten für Fahrzeuge zu kürzen?
  • Wo kann sonst noch eingespart werden?
  • Gibt es vielleicht noch andere Einnahmequellen, um die Finanzen zu optimieren?

Diese paar Beispiele zeigen, dass oft erst, wenn den finanziellen Tatsachen ins Auge geblickt wird, genau die Ursache des Soll-Saldos auf dem Girokontos erkannt werden kann.

Es ist wie beim Arzt: Erst wenn das gesundheitliche Problem genau erkannt wird, kann die richtige Therapie und Arznei verordnet werden. Genau deshalb sollten Sie genau Ihre Einkünfte und Ausgaben mindestens einmal im Jahr überprüfen, um Ihre finanzielle Lage fundiert begründen zu können.

Genau dann können feste Rückzahlvereinbarungen oder andere Zahlungsverpflichtungen verbindlich getroffen werden. Wetten, dass es Ihnen somit viel leichter fällt, Ihre Finanzen systematisch zu ordnen?

 

Meist ist der solide Kreditvertrag besser als jeder Überziehungskredit

Wie sehr einfach und schnell an diesen Beispielen erkennbar ist, sollte man seine Kredite regelmäßig tilgen und zurückführen. Erst dann kann ein systematischer Vermögensaufbau erfolgen, der jedem Verbraucher Rückhalt und Sicherheit bietet. Nur so ist es auf Dauer sinnvoll, seine Finanzen zu ordnen und nicht über seine Verhältnisse zu leben. Wetten, dass auch Sie es schaffen, außerhalb des Dispositionskredites Ihre Schulden Schritt für Schritt zurückzuführen? Lassen Sie sich helfen, bevor es zur Schuldnerberatung oder gar zum Insolvenzberater geht. Schulden machen dauerhaft nicht glücklich.

 

Fazit

Jede Kreditbelastung sollte wohlüberlegt sein. Bitte gehen Sie keine unerfüllbaren Verpflichtungen ein.

 

 

Bild: Depositphotos.com/IgorVetushko

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